Resilienz –

Wie ist das nun mit Belastungen in der Kindheit und Jugend? Haben diese Einfluss auf das spätere Leben? Werden die Kinder dadurch geschädigt oder eher gestärkt?

Forschungsergebnisse decken sich hier mit meiner beruflichen und privaten Erfahrung: Kinder profitieren davon, wenn sie nicht nur stabile Beziehungserfahrungen machen, sondern auch ein mittleres Maß an Schwierigkeiten und Herausforderungen erfahren und bewältigen. Sie werden dadurch widerstandsfähiger und bleiben auch als Erwachsene psychisch gesünder, weil sie individuelle Lösungen und ein stabileres Selbstbild entwickeln konnten. Im Fachjargon nennt man das Resilienz.

Inwieweit wir aufkommenden Problemen mutig gegenüber treten können, hängt also in hohem Maße davon ab, ob wir diese Fähigkeit bereits besitzen.

Okay, aber was heißt ein mittleres Maß? Es beschreibt eine Schwierigkeit, die das Kind nicht nur herausfordert, sondern die es auch bewältigen kann, so dass es sich danach als kompetent erleben und stolz auf sich sein kann. In der Regel führt das zu weiteren positiven Erfahrungen.

Schädigend für die Entwicklung ist es dagegen, wenn ein Kind wiederholt Überforderung und Hilflosigkeit oder sogar Ohnmacht ausgesetzt ist. Wenn Schwierigkeiten nicht gelöst, sondern nur noch ertragen werden können, erlebt sich das Kind als schwach und ausgeliefert und die Welt um sich herum als bedrohlich. Dieses Gefühl nimmt es mit ins Erwachsenenleben.

Es ist also gut, wenn Eltern und Lehrer ein Gefühl für das rechte Maß bekommen. Oft haben auch die Kinder selbst ein gutes Gespür dafür, was sie bewältigen können.

Doch gerade uns Müttern fällt es manchmal schwer, uns nicht einzumischen und nicht alles wissen oder kontrollieren zu wollen. Selbst, wenn es gut gemeint ist! Das Herausbilden von Kompetenzen braucht nicht nur Unterstützung, sondern auch Freiraum, in dem man sich ausprobieren und entwickeln kann.

Also mute Dir und Deinen Kindern ruhig mal was zu!